Konzept für das Haus der Jugend

Gliederung

1. EINLEITUNG
2. RAHMENBEDINGUNGEN
3. PÄDAGOGISCHE HALTUNG DER MITARBEITENDEN
4. ZIELE UND METHODEN
4.1. ZIELE
4.2. METHODEN UND UMSETZUNG
4.3. TEESTUBE – offene Kinder- und Jugendarbeit
4.4. EINZELARBEIT
4.5. GRUPPENARBEIT
4.6 PROJEKTE
4.7. AUFSUCHENDE JUGENDARBEIT
5. FORTBILDUNG DER MITARBEITENDEN
6. KOOPERATION UND ÖFFENTLICHKEITSARBEIT
6.1. KOOPERATION
6.2. ÖFFENTLICHKEITSARBEIT

1. Einleitung

Kinder und Jugendliche brauchen soziale Räume zur Förderung ihrer seelischen, körperlichen und geistigen Entwicklung. U.a. bietet das Haus der Jugend hierfür nachhaltig Möglichkeiten, mit dem Ziel selbstständiges und eigenverantwortliches Handeln zu üben.

Hier finden sie Angebote gem. Kinder- und Jugendhilfegesetz, § 11 Abs.1 (SGB VIII):

„Jungen Menschen sind die zur Förderung ihrer Entwicklung erforderlichen Angebote der Jugendarbeit zur Verfügung zu stellen. Sie sollen an den Interessen junger Menschen anknüpfen und von ihnen mitbestimmt und mitgestaltet werden, sie zur Selbstbestimmung befähigen und zur gesellschaftlichen Mitverantwortung und zu sozialem Engagement anregen und hinführen.“

Das Haus der Jugend wird in der Mehrzahl von Quickborner Kindern und Jugendlichen unterschiedlicher sozialer und ethnischer Herkunft besucht. Es gibt eine Vielfalt /  Unterscheidungen hinsichtlich der Nationalität, Kultur und Religion der Besucher, der Altersstruktur, unterschiedliche infrastrukturelle Bedingungen und Wohnraumsituationen in den Ortsteilen.

Das vielschichtige Angebot zielt darauf ab, den Bedürfnissen aller Besucher optimal zu entsprechen.

Das vorliegende Konzept beschreibt die pädagogische    Grundhaltung und Zielrichtung, sowie die Methodik und praktische Umsetzung durch die Mitarbeitenden der Einrichtungen.

2. Rahmenbedingungen

Träger dieser Einrichtungen ist die Stadt Quickborn.

Die Einrichtungen der Kinder- und Jugendarbeit sind mit weiteren Aufgaben im Fachbereich Jugend vereint.

Die ca. 21.000 Einwohner zählende Stadt Quickborn gliedert sich

in die drei Stadtteile Quickborn-Ort, Quickborn-Heide und Quickborn-Renzel.

Das Haus der Jugend befindet sich in Quickborn Ort, Ziegenweg 3.

Das Haus ist mit einer Teestube, einer Küche, Gruppenräumen, Werkräumen, einem Büro und Außenbereichen ausgestattet.

Die hauptamtlichen Mitarbeitenden des Fachbereiches Jugend werden von Praktikanten, Ehrenamtlichen und  jungen Menschen im freiwilligen sozialen Jahr (FSJ) unterstützt.
Es sind tägl. mindestens zwei hauptamtliche Mitarbeitende vor Ort.

 

Neben dem Personal u.a. stehen im eigenen Etat des Fachbereiches ausreichend finanzielle Mittel zur Verfügung.

 

3. Pädagogische Haltung der Mitarbeitenden

Die Haltung der Mitarbeitenden gegenüber den Kindern und Jugendlichen ist geprägt durch:

 

  • Verlässlichkeit
  • Verantwortungsbewusstsein
  • Vorbildfunktion
  • Vertrauen
  • Verständnis
  • Optimismus

Flexibel und offen gehen die Mitarbeitenden täglich in die Arbeit, um den Kindern und Jugendlichen partnerschaftlich zu begegnen.

Deren Bedürfnissen entsprechend bringen die Mitarbeitenden den Besuchern Zuneigung und Vertrauen mit viel Zeit entgegen, um ihnen zuzuhören, ihnen Geborgenheit zu vermitteln und ihr Selbstvertrauen zu stärken.

Sie sind gegenüber den Kindern und Jugendlichen loyal, treten für sie ein und zeigen ihnen dabei auch Grenzen auf.

Nähe und Distanz sind wichtige Elemente professioneller Beziehungsarbeit mit Kindern und Jugendlichen. Diese finden im Haus der Jugend Geborgenheit und verlässliche Bezugspersonen, die in Einzelfällen in ihrem familiären Umfeld nur bedingt oder nicht mehr zur Verfügung stehen.

Für den Aufbau und die Stärkung ihrer Sozialkompetenzen erfahren die Kinder und Jugendlichen hier Bestätigung, Anregung und Rückmeldung.

 

4. Ziele und Methoden

4.1. Ziele

Das Haus der Jugend stellt für die Besucher unabhängig von Bildungsstand, sozialer und ethnischer Herkunft ein soziales Umfeld dar, in dem sie sich in der Gemeinschaft zusammen finden können. Hier haben sie die Möglichkeit, in einer außerschulischen Lebenswelt ihr soziales Verhalten angemessen zu entwickeln und Integration in einer multikulturellen Gesellschaft zu erleben und zu  praktizieren.

Dies geschieht unter anderem durch das Zusammenleben, in dem unterschiedliche kulturelle Strukturen zwangsläufig auftreten  und so zu Offenheit und Transparenz beitragen. Das  Kennenlernen der verschiedenen Kulturen ist auf diese Weise gegeben und schafft Vertrautheit.

Kinder und Jugendliche lernen hier, für sich und andere  Verantwortung zu übernehmen, ohne dabei sich selbst oder anderen zu schaden. Individuelle Möglichkeiten und Grenzen sollen ihnen bewusst werden.

Auseinandersetzungen sind so zu führen, dass Respekt gewahrt bleibt und gegenseitig Rücksicht genommen wird. Bewältigung von Konflikten ist ein wesentlicher Bestandteil des alltäglichen Lebens.  Hier lernen sie konstruktive Konfliktlösungsstrategien kennen. Dies hilft bei der Stärkung ihres Selbstbewusstseins und fördert das Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten mit schwierigen Situationen angemessen umgehen zu können.

Angeregt durch das Interesse der Kinder und Jugendlichen bieten ihnen die Mitarbeitenden Aufklärung und Information über Sexualität, kritischer Umgang mit legalen und illegalen Drogen oder anderen relevanten Themen.

Bedürfnisbefriedigung soll so stattfinden, dass ein ausgewogenes Gleichgewicht zwischen denen des Individuums und denen der  Gesellschaft besteht.

Sie erfahren und erhalten Orientierung und gemeinsam werden Perspektiven für die Zukunft entwickelt, die ihnen helfen in sozialen Umfeldern, Schule, Ausbildung und Arbeit bestehen zu können.

 

4.2. Methoden und Umsetzung

Das gesamte Angebot erfolgt im Rahmen eines partizipatorischen Prozesses, d.h. die Kinder und Jugendlichen sind beteiligt und mitverantwortlich für Inhalte im Angebot, Atmosphäre, Hausregeln, Projekte,  Anschaffung von Spiel- und Sportgeräten, etc..

Die Angebote richten sich an Kinder im Alter von 6 – 12 Jahren, an Jugendliche zwischen 13 – 18 Jahren und junge Erwachsene.

4.3. Teestube

Die Teestube ist ein zentraler Ort und stellt Anlaufstelle und Treffpunkt dar. Stets treffen die Kinder und Jugendlichen hier auf mindestens einen/ zwei Mitarbeitende.

Die stete Präsenz der Mitarbeitenden ist  Grundlage für den Aufbau der Beziehungsebene, die unerlässlich ist für ein vertrauensvolles Miteinander zwischen den jungen Leuten und den Erziehern. Zum Aufbau und zur Wahrung stabiler Beziehungen zu den Besuchern legen die Mitarbeitenden großen Wert auf Kontinuität. Sie alle begegnen den Kindern und Jugendlichen mit einer abgestimmten und einheitlichen pädagogischen Grundhaltung (orientiert am Menschenbild der humanistischen Psychologie),  damit ihnen Sicherheit und Verlässlichkeit geboten wird.

Durch transparentes und verlässliches Auftreten der Mitarbeitenden erleben die Besucher Vorbilder, die bei der Entwicklung einer eigenen Identität helfen.

Im Haus der Jugend gibt es feststehende Regeln (wie z.B. Verbot von Ausübung von Gewalt oder der Konsum von Drogen) und solche, die gemeinsam mit den Kindern und Jugendlichen festgelegt und situationsabhängig veränderbar sind (z.B. die Regelung der Ausgabe von Getränken – hier selbstverständlich nichtalkoholische).

Der Aufenthalt in der Teestube ist freiwillig und unverbindlich.

Das Angebot von Essen und Trinken trägt zu einer lockeren und gemütlichen Atmosphäre bei und gehört zur Befriedigung der Grundbedürfnisse der Kinder und Jugendlichen.

Zusätzlich ergeben sich aufgrund von Bedürfnissen der Besucher oder nach Motivation und Anleitung Einzel- oder Gruppenaktivitäten zu aktuellen und für die Besucher relevanten Themen wie Ausbildungs- und Arbeitsplatzsuche,  Probleme mit Geschwistern, Eltern, Lehrern oder Mitschülern.

 

4.4. Einzelarbeit

Jedes Kind, jeder Jugendliche tritt mit individuellen Hintergründen, Wünschen und Bedürfnissen an die Erzieher heran. Diesen täglich wechselnden Anforderungen wird unter anderem durch – wenn notwendig – intensive Einzelgespräche entsprochen.

Ihre natürliche Neugier wird genutzt, um unterschiedliche Interessen bei den Kindern und Jugendlichen zu wecken, sie zu bestimmten Themen/Bereichen so zu motivieren, so dass ihre Entwicklung gefördert wird und sie unter Anleitung lernen, Konflikte konstruktiv zu lösen. Aufklärung und Umgang mit Themen wie z.B. kompetenter Umgang mit digitalen Medien (PC, Spielekonsolen, Smartphones, Fernsehen), Sexualität, Konsum von Drogen, und andere…

Auch das Aufzeigen von Alternativen spielt eine Rolle.

Lösungen von Problemen werden erarbeitet und reflektiert.

 

4.5. Gruppenarbeit

In den Gruppen sollen ebenfalls durch Unterstützung und Reflexion Problemlösungen in verschiedenen Bereichen stattfinden.

Es werden unterschiedliche Lernfelder geboten, z.B. Gruppendynamische Prozesse, die zu Demokratie beitragen, Respekt und Akzeptanz zu anderen Menschen sensibilisieren oder der Umgang mit Medien. Darüber hinaus soll für die Besucher Raum für Freizeit und Erholung geschaffen werden. Mit Sport wird die Bewegung gefördert, um z.B. Stress abzubauen und einen körperlichen Ausgleich zu haben. Gemeinsam vorbereitete und durchgeführte Freizeiten und Fahrten vermitteln Verantwortung für die Gruppe und Geborgenheit in der Gruppe und fördern das Miteinander in der Gemeinschaft.

Als einen pädagogischen Schwerpunkt nehmen die Ehrenamtlichen eine besondere Stellung ein. Besucher können sich qualifizieren. Es gilt, sie in Ihrer Entwicklung zu unterstützen und zu stärken und sie an Verantwortung heranzuführen.

Sie sind Multiplikatoren und Vorbilder für die Besucher und ohne sie könnten viele Angebote nicht stattfinden oder nur sehr eingeschränkt.

4.7. Projekte

Das Haus der Jugend Quickborn präsentiert sich seit vielen Jahren auch als „Projektehaus“.

 

4.7. Aufsuchende Jugendarbeit

Obwohl der Schwerpunkt der Arbeit im Haus der Jugend liegt, gibt es aufgrund situativer Notwendigkeiten auch Aufgaben, die außerhalb der Einrichtung erforderlich sind, wie z.B.

  • in Schulen
  • bei Elterngespräch
  • bei Streitschlichten und Konfliktbewältigung am Bahnhof, in Geschäften oder Freizeitstätten

5. Fortbildung der Mitarbeitenden

Um eine erfolgreiche Arbeit zu gewährleisten, nehmen die Mitarbeitenden regelmäßig an Fortbildungen (Konfliktbewältigung, Lebenskompetenzförderung, Gewaltprävention, Schule und Jugendarbeit, Tanzen, persönliche Fortbildungen …) teil, um sich u.a. über neueste Entwicklungen in der Kinder- und Jugendarbeit zu orientieren und ihr berufliches Handeln kritisch zu reflektieren.

6. Kooperation und Öffentlichkeitsarbeit
6.1. Kooperation

Um die Arbeit so effektiv wie möglich zu gestalten, finden Kooperationen und fachlicher Austausch mit anderen Institutionen wie
– Migrationsbeauftragte
– Schulen
– Jugendgerichtshilfe
– Stadtjugendpflege
– Polizei
– Suchtberatung und andere Beratungsstellen
– Kirchen
– Jugendschutz
– Jugendamt
– Schulsozialarbeit
– andere Jugendzentren
statt.

6.2. Öffentlichkeitsarbeit

Monatsprogramme werden z.B. an Kinder und Jugendliche, an Schulen,  Politik, Presse, Stadtbücherei, Polizei, Kindertagesstätten und Spieliothek verteilt und im Internet auf der eigenen Homepage und der Homepage der Stadt Quickborn veröffentlicht.

Die Presse wird regelmäßig informiert und zu Gesprächen über  besondere  Veranstaltungen eingeladen.

Jährlich wird im Jahresbericht die Arbeit dokumentiert und der Öffentlichkeit vorgestellt.

Aktualisiert im Januar 2018 auf der Grundlage des Gesamtkonzeptes des Fachbereiches Jugend

Birgit Hesse

 

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